Es sind die ersten Meilen nach meiner Atlantiküberquerung. Es sind auch die ersten Meilen, die Axel auf meinem Schiff segelt. Ziel unseres ersten Schlages ist die Tyrrel Bay auf Carriacou. Axel kennt sie. Er ging dort erstmals 2022 vor Anker, als er auf dem Weg nach Sydney war. Für mich ein Vorteil. Ich bin noch nie auf eigenem Kiel in der Karibik unterwegs gewesen. Ankern ist nicht meine Königsdisziplin, mussten wir dann aber auch nicht. Wir lagen 2 Tage in der Tyrrel Bay an einer Mooring: Kosten 80 EC$, also rd. 25 €.
Es gäbe jetzt viel zu schreiben, über die beiden Strandbars, meinem Backgammonkurs bei Meister Axel. Wirklich lustig ist die Geschichte, wie wir zu unserem Wiener Schnitzel kamen. Ein neben uns sitzender Norweger, der mich ob meiner ersten Tage in der Karibik als Greenhorn bezeichnete, mukierte sich, warum wir Deutschen nicht bei Karin säßen und Wiener Schnitzel essen würden. Wer ist Karin und wo bitte gibt es in der Karibik Wiener Schnitzel? Wir machen uns auf den Weg. Haupstraße runter, erste rechts, kurz den Berg hoch, dann wieder rechts. Okay, ein Schild mit dem Namen „Lucky‘s“ finden wir, aber wo ist die Bar? Axel stemmt sich noch einige Schritte gegen den Berg, als eine Stimme mit österreichischem Dialekt ruft: „Wohin des Weges?“ Axel wendet sich nach links, hebt den Kopf nach oben und ruft zurück: „Wir suchen das Lucky‘s, dort soll es Wiener Schnitzel geben.“ Wenige Minuten später sitzen wir an der Bar, ein Carib Bier in der Hand und Karin fragt, wie wir sie gefunden hätten. Wir erzählen die Geschichte, bekommen unser Wiener Schnitzel, nicht vom Kalb, sondern vom Huhn und suchen einige Stunden später mit dem Dinghy nach einem letzten Absacker in der Strandbar unser Schiff. Am nächsten Morgen brechen wir auf Richtung Clifton Bay.
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